Entwicklung der Lebenshilfe für geistig Behinderte Kreisvereinigung Landau-Südliche Weinstraße e.V.

Junge bei der Lebenshilfe

Bis in die 60er Jahre kümmerte sich kaum jemand um die besonderen Belange von Menschen mit geistiger Behinderung.

Am 6. März 1964 haben sich im "Augustiner" in Landau 43 Eltern zusammengefunden und die Lebenshilfe für geistig Behinderte Ortsvereinigung Stadt und Landkreis Landau gegründet.

Am 16.01.1965 wurde ein erster Schritt gewagt und ein ehemaliger Kindergarten in der Klingbachschule in Landau als Tagesstätte eingerichtet.

Zum Schuljahr 1966/67 wurde diese "Tagesstätte" an das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Landau übergeben und als staatliche G-Schule weitergeführt. Heute heißt sie "Paul-Moor-Schule".

Sehr bald zeigte sich der dringende Bedarf an Arbeitsplätzen für Behinderte. Ab 1966 liefen die Vorbereitungen zur Eröffnung einer "Beschützenden Werkstätte". 1967 konnte eine erste Werkstattgruppe eröffnet werden.

Heute stellt die Südpfalzwerkstatt an drei Standorten – Offenbach, Herxheim und Wörth - etwa 750 Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung.

Im November 1974 konnte in Landau-Nußdorf ein Sonderkindergarten eröffnet werden. Leider musste dieser Kindergarten Ende 1982 wieder geschlossen werden.
Am 1. Februar 1984, konnte in den Räumen der Paul-Moor-Schule wieder mit einer Sonderkindergartengruppe begonnen werden.
1993 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft ein 4 – gruppiger Kindergarten errichtet und 1999 mit Therapieräumen ergänzt.

Im Landkreis Germersheim wurde 1989 ein Sonderkindergarten eröffnet. Dieser Kindergarten wurde 2002 in die Trägerschaft der Lebenshilfe Germersheim übergeführt.

Im November 2003 wurde in Hayna im Kindergarten St. Elisabeth eine heilpädagogische Fördergruppe eingerichtet.

Zwischenzeitlich betreut der Förderkinderkarten Südpfalz in den beiden Einrichtungen insgesamt 5 Gruppen mit 40 Kinder.

Nun war es Zeit an die Versorgung derjenigen Behinderten, die ihre Eltern verloren hatten oder die von Ihren Eltern, bedingt durch unterschiedliche Umstände, nicht mehr versorgt werden konnten, zu denken.

  • im Juni 1977 wurde das Konrad-Lerch-Haus eingeweiht;

  • 1981 wurde in der Jakobstraße 47 in Offenbach eine Außenwohngruppe eröffnet. Eine weitere Außenwohngruppe konnte 1982 in Ramberg eröffnet werden;

  • 1986 konnte im ehemalige Hausmeisterhaus der Werkstatt das Angebot um ein "Betreutes Wohnen" mit 3 Plätzen ergänzt werden;

  • 1997 wurde in Landau im Lazarettgarten ein weiteres Wohnheim eingeweiht.

  • 2003 wurde in Ramberg das ‚Haus Burgenblick eingeweiht.

  • 2006 konnte in Offenbach ein weiteres Wohnheim errichtet werden.

Die Lebenshilfe Landau – Südliche Weinstraße hat bis heute 139 Wohnheimplätze für geistig behinderte Menschen errichtet.

Neben dem Lernen, Arbeiten und Wohnen gibt es aber auch für Behinderte den Bereich der Freizeit. 1981 wurde die Freizeit- und Begegnungsstätte Neuscharfeneck in Ramberg eingeweiht.

Aufgrund der Einführung des Betreuungsgesetzes war es erforderlich, daß man 1994 den Betreuungsverein der Lebenshilfe e. V. gegründet hat.

Im Jahr 2006 wurde einem immer größer werdenden ambulanten Bedarf Rechnung getragen. Die Offene Hilfen gGmbH wurde ins Leben gerufen.

Die Lebenshilfe stellt heute mit über ca. 400 hauptamtlichen Mitarbeiter/innen im Bereich der Südpfalz einen erheblichen Wirtschaftsfaktor dar.

Dies alles war nur durch das Zusammenwirken vieler und den Zusammenhalt der Eltern möglich.

Auch in Zukunft wird die Lebenshilfe weiter gefordert sein. So fehlen mittelfristig noch ca. 70 Wohnheimplätze. Die Versorgung von älteren Behinderten, die das Rentenalter erreicht haben, wird in naher Zukunft jedoch unsere besondere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen müssen. 2007 wurde daher in Offenbach im Konrad-Lerch-Wohnheim eine Tagesbetreuung für diesen Personenkreis eingerichtet.

Um all diese Ziele zu erreichen, ist ein Höchstmaß an organisatorischem und finanziellem Engagement der öffentlichen Hand und der Mitglieder erforderlich.
Der Verein hat heute ca. 330 Mitglieder. Es sind im wesentlichen Eltern Behinderter oder auch Freunde und Förderer. So können Eltern bei der Gestaltung des täglichen Lebens ihrer Kinder mitwirken und mitarbeiten. Diese Chance sollten alle Eltern nützen.